Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz und Krakau

Gedenkstättenfahrt AuschwitzIn der ersten Winterferienwoche (11.-16. Februar 2018) begaben sich Schüler der Leistungskurse Geschichte 11 und 12 auf Gedenkstättenreise nach Auschwitz. In Görlitz nahm uns Stefan Zinnow von der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung in Empfang und wir setzten die Reise mit dem Bus fort. Am Sonntagabend kamen wir in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte an und schlossen gemeinsam mit einer Schülergruppe aus Flöha den Tag mit einer Kennlernrunde ab.

Montag

Am Montag besichtigten wir, geleitet von einer Kulturvermittlerin, das Stammlager Auschwitz. Bedrückt durchliefen wir die Baracken, in denen Aufnahmen, Dokumente und Originalgegenstände, wie Schuhe, Koffer, Haar und Kinderbekleidung ausgestellt waren. Häftlingskarteien und Fotografien zeigten uns Tausende von deportierten und ermordeten Juden – unendlich viele bedrückende Schicksale. Orte wie die Erschießungsmauer oder die Gaskammern ließen uns verstummen.

Am Nachmittag bot uns die Begegnungsstätte die Möglichkeit, das Archiv mit Büchern, dokumentierten Interviews und Dokumenten des Stammlagers zu nutzen. Eindrucksvoll und aufwühlend zugleich empfanden wir den kommentierten Film über die Befreiung des Konzentrationslagers am 27. Januar 1945. Am Abend reflektierten wir in kleinen Gruppen unsere Eindrücke und Emotionen, was uns bei Verarbeitung des Gesehenen half.

Dienstag

Unsere Kulturvermittlerin führte uns auch Dienstag durch das Konzentrationslager Auschwitz II: Birkenau. Bei eisigen Temperaturen liefen wir durch das Gelände des mehrere Hektar großen Lagers. Wir sahen die „Rampe“, auf denen unzählig viele Juden selektiert wurden. Erschüttert standen wir vor den Krematorien IV und V, von denen nur noch Ruinen zu sehen sind. Sie wurden eine Woche vor der Befreiung des Konzentrationslagers durch die Rote Armee gesprengt. Wir liefen durch die Räume, durch die auch die Menschen nach ihrem Ankommen liefen: Auskleideraum, Waschraum, Haarschneideraum, Desinfektion.

Am Nachmittag ließen wir unsere bedrückten Gedanken kurz ruhen und besichtigten die Stadt Oświęcim, das jüdische Kulturzentrum sowie die Synagoge. Das Judentum ist die älteste Religion der Welt und zählt 13 bis 15 Millionen Gläubige. Am Abend reflektierten wir erneut in kleinen Runden den Tag, unsere Eindrücke und Emotionen.

Mittwoch

Auch am Mittwoch war volles Programm angesagt. Zunächst stand der individuelle Besuch des Stammlagers auf dem Plan. Schon am Montag war unsere 50-köpfige Gruppe auf dem Gelände des Stammlagers unterwegs gewesen. Ein weiterer Besuch eignete sich, um die Länderausstellungen zu besuchen. Diese zielten darauf ab, die Besucher über die deutsche Besatzung in den jeweiligen Ländern zu informieren, aus denen Häftlinge deportiert wurden. Im Fokus der Länderausstellungen stand aber auch die Präsentation einzelner Schicksale. Zudem bestand die Möglichkeit, in aller Ruhe die Fotografien und Arbeiten, die von Häftlingen trotz Verbot im Lager angefertigt wurden, anzusehen. Die vielen Bilder und Grafiken der Menschen, die Szenen des Lagerlebens zeigen, erzählten ein Stück Geschichte in der heutigen Gedenkstätte Auschwitz.

Nach dem Mittagessen fuhr unsere Gruppe nach Pszczyna, zum Schloss Pleß in Oberschlesien. Es wurde im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt und vor 150 Jahren unter Fürsten von Hochberg im neobarocken Stil großzügig umgebaut. Die prächtig ausgestatteten Repräsentationsräume des Schlosses beeindruckten uns. In den Jahren 1914 bis 1917 spielte das Schloss eine bedeutende historische Rolle als Hauptquartier der Kaiser Wilhelm II. und als Sitz des Generalstabs der deutschen Armee. Hier wurden militärische Entscheidungen getroffen, die ganz Europa verändern sollten. Erwähnenswert ist auch die besondere Funktion als Krankenhaus nach dem Einmarsch der Roten Armee im Februar 1945. Als großer Glücksfall erwies sich, dass das Schloss samt Inventar den Krieg unbeschadet überstanden hat.

Donnerstag

Auf den Donnerstag freute sich die gesamte Gruppe. Denn an diesem Tag hieß es für uns: Wir fahren nach Krakau. Die zweitgrößte Stadt Polens mit etwa 800 000 Einwohnern, die im Zweiten Weltkrieg weitgehend von Zerstörungen bewahrt blieb. Die auf den Ufern der Weichsel liegende wunderschöne Stadt Krakau ist in der ganzen Welt durch seine kulturellen und historischen Denkmäler bekannt. Unsere Stadtführerinnen vermittelten auf beeindruckender Art und Weise das ästhetische Stadtbild. Bilder von der Burganlage auf dem Wawel, die früher die Residenz der polnischen Könige in Krakau darstellte, das Schloss und die vielen Gotteshäuser werden uns noch lange im Gedächtnis bleiben.


Zum Abschluss der Stadtführung besuchten wir die ehemalige Emaille-Fabrik von Oskar Schindler. Im Verwaltungsgebäude der ehemaligen Emaille-Fabrik befindet sich eine Abteilung des Historischen Museums der Stadt Krakau. Im Mittelpunkt des Museums stehen das Schicksal der jüdischen Bevölkerung im Krakauer Ghetto, ihre Vertreibung und Deportation durch die Nationalsozialisten. Die Zeit bis zum Abendessen nutzen die Schüler und Lehrer, um Krakau selbst zu erkunden. Abends speisten wir im jüdisch-koscheren Restaurant Ariel. Mit dem Drei-Gänge-Menü und in angeregten Gesprächen verbrachten wir den Abend in gemütlicher Runde. Das besondere Highlight bildete ein exzellentes Konzert einer Liveband mit Klezmer-Musik. Mit vielen interessanten, faszinierenden und leckeren Eindrücken mussten wir uns am späten Abend von Krakau verabschieden und Freitag die Heimreise antreten.

Alle Teilnehmer der Auschwitz-Krakau-Exkursion stimmen darüber überein: Diese Reise hat sich für jeden gelohnt. „Wer aus der Geschichte nichts lernt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen“ (George Santayana). Besonders dankbar sind wir Stefan Zinnow, der uns auf dieser informativen und eindrucksvollen Gedenkstättenfahrt begleitete, und der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen, die diese Fahrt förderte.

Siwita Rashidi, Sara Lis

Fotos: Jakob Körnich

 

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