Ingo Espenschied: "Europa und der Erste Weltkrieg - die Friedensbotschaft von Fiquelmont"

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Am Mittwoch, dem 28. März 2018, erlebten die neunten Klassen und die Leistungskurse Geschichte 11 und 12 einen ausgefallenen Exkurs in die Geschichte: Ingo Espenschied präsentierte die Geschichte der Friedensbotschaft von Fiquelmont in dem von ihm entwickelten Format DokuLive. Die Bauernwirtschaft von Fernand Boulanger liegt nur 30 Kilometer vor Verdun.

 

 

Vor 102 Jahren hinterließen deutsche Soldaten auf dem Hof, wo sie stationiert waren, einen Brief an die Nachwelt, bevor sie zu ihrem neuen Kampfschauplatz weiterziehen mussten. Bei Renovierungsarbeiten fand Fernand Boulanger 1981 auf dem Dachboden ein altes Schnapsfläschchen mit den Zeilen der Männer, die im Angesicht des Krieges unter anderem folgende Botschaft formulierten: „Utopie und mögliches Eden ist ein geeintes Europa.“ Ingo Espenschied bot zunächst den Blick auf die Tiefen und Höhen der deutsch-französischen Beziehung; angefangen beim Krieg 1870/71. Spätestens nach dem Ersten Weltkrieg – das hatten 1916 auch die deutschen Soldaten auf dem französischen Gut vor Verdun verstanden –, hing die Wahrung des europäischen Friedens wesentlich vom gemeinsamen Wollen der Franzosen und der Deutschen ab. Das war zwischen den Weltkriegen so, aber auch nach 1945, als es weise und vorausschauende Politiker wie Gustav Stresemann in der Weimarer Republik und Konrad Adenauer in der jungen Bundesrepublik gab, die eine Versöhnung sowie ein Miteinander von Deutschen und Franzosen als Basis eines geeinten Europas erkannten. Eine Utopie ist das geeinte Europa heute nicht mehr, aber für ein mögliches Eden braucht es immerzu Menschen, die Europa gestalten und bewahren.

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Fotos: Alexander Pirgl

Gefördert von der Konrad-Adenauer-Stiftung/Politisches Bildungsforum Sachsen.