Zwischen Untergang und Neuanfang – Die deutsche Revolution von 1918/19

Novemberrevolution 1918/1919

Am 25. April 2018 besuchte der Historiker und Publizist Dr. Volker Ullrich unsere Schule. Er hatte Geschichte, Literaturwissenschaft und Philosophie studiert und arbeitet in Hamburg als Autor der „ZEIT“ und ist Mitherausgeber des Magazins „Zeit-Geschichte“.

Zu seinen bekanntesten Werken gehören „Die nervöse Großmacht. Aufstieg und Untergang des deutschen Kaiserreich 1871-1914“, „Adolf Hitler. Jahre des Aufstiegs 1889-1939“ sowie „Die Revolution von 1918-1919“, die im Mittelpunkt des Abends stand. Die Aula war bis auf den letzten Platz gefüllt. Neben den zahlreich erschienenen Schülern hatten auch viele Gäste den Weg zu „Schule im Dialog“ gefunden. Eingangs betonte Volker Ullrich die große Ehre, an einer Schule, die den Namen der Käthe Kollwitz trägt, referieren zu können. Sie war eine starke und bewundernswerte Frau, die diese Zeit der Umwälzung genau beobachtet hatte.

Nach Beendigung des Ersten Weltkrieges versank das Deutsche Reich in Erschütterung und Chaos. Die Menschen sehnten sich nach Normalität. Käthe Kollwitz schrieb am 8. November 1918: „Wir sind, noch ohne es zu fassen, in der sozialen Revolution.“ Die Oktoberreform der Regierung war zu spät gekommen. Es setzte ein Umdenken ein. Das Kaiserreich hatte das Vertrauen der Menschen verloren, viele sahen nun die politische Zukunft in einer parlamentarischen Demokratie. Ab Herbst 1918 schwebte Deutschland zwischen Aufbruchstimmung und Unsicherheit. Die stetige Angst vor einem Bürgerkrieg und dem „Schreckgespenst“ Bolschewismus trübte die revolutionäre Stimmung im Volk. Dazu trugen auch die zahlreichen kaltblütigen Morde an Zivilisten oder an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg bei. Die provisorische Regierung versuchte durch „Fake News“ und überspitzte Darstellungen einzelner Ereignisse, Einfluss zu nehmen und schürte die Angst. Aus Sorge, die Kontrolle zu verlieren, ging die SPD ein fatales Bündnis mit den alten Kräften, mit der Reichswehr, ein. Die junge Republik wurde in ein blutiges Jahr hineingeboren.

Für die Schüler war es ein Abend der vertiefenden Wiederholung, den Schülern der 12. Klassen bot Volker Ullrich eine ideale Prüfungsvorbereitung. Am Schluss stellte er sich den Fragen des Publikums. Der Vortrag, mit aussagekräftigen Fotos, Bilden und Titelseiten großer Tageszeitungen sehr anschaulich, ließ uns die Zusammenhänge zwischen den Ereignissen klarer erkennen. Wem das noch nicht genügte, dem bot die Zwickauer Marx-Buchhandlung die Möglichkeit, sich Fachliteratur zur Novemberrevolution mit nach Hause zu nehmen.

Luzie Bochmann/Konrad Sonnemann

Die Veranstaltung wurde gefördert von der Konrad-Adenauer-Stiftung/Politisches Bildungsforum Sachsen.

Fotos: Konrad Sonnemann/Sebastian Brückner

Novemberrevolution 1918/1919

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