Deutsch-deutsches Schülerseminar „Mauer, Zaun und Stacheldraht“ in Mödlareuth Schülerseminar Mödlareuth

Vom 7. bis zum 9. Mai 2018 fuhren 15 Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums Zwickau gemeinsam mit 12 Schülerinnen und Schülern des Bodensee-Gymnasiums Lindau zum Seminar „Mauer, Zaun und Stacheldraht“ in das ehemals zweigeteilte Dorf Mödlareuth.

 

 

Nachdem wir unsere Zimmer im Meister-Bär-Hotel Frankenwald bezogen hatten, sind wir gemeinsam in das Deutsch-deutsche Museum Mödlareuth gefahren, wo wir die ersten Vorträge u. a. zur Geschichte des Dorfes gehört haben. Anschließend besichtigten wir einen erhaltenen Mauerabschnitt, an dem uns die damalige Situation anschaulich beschrieben wurde und wir uns in diese Zeit hineinversetzen konnten. Uns überraschte die Komplexität, die im Gegensatz zu diesem beschaulichen Dorf bestand. Zum Abschluss des Tages schilderte uns der Zeitzeuge Dieter Gäbelein seine geglückte Flucht in die BRD, und wir erfuhren eine andere Sichtweise auf diese Geschehnisse. Schülerseminar MödlareuthDann begaben wir uns zurück zum Hotel und saßen nach dem gemeinsamen Abendessen noch gemütlich beieinander.

Nach einem reichhaltigen Frühstück erwartete uns am Dienstag der Workshop „Flucht“. Wir arbeiteten in Gruppen gemeinsam mit den Schülern aus Lindau mit Akten und Zeitzeugenbefragungen an Fluchten aus der DDR in die BRD, die von 1978 bis 1989 im Raum Mödlareuth stattfanden. Jede hatte unterschiedliche Beweggründe, Vorgehensweisen sowie Folgen und berührte uns sehr.

Schülerseminar MödlareuthNach der Präsentation aßen wir Mittag. Anschließend wurde uns der Film „Es gab kein Niemandsland – ein Dorf im Sperrgebiet“ gezeigt. Er veranschaulichte die besonderen Umstände, die das Leben in der Sperrzone mit sich brachten. Der letzte Teil des Tages bestand aus einer Exkursion zu einigen geschichtsträchtigen Orten. Es war uns dabei möglich, die Schauplätze einiger Fluchten zu sehen.

Am Mittwoch fand der Abschluss unseres Seminars statt. Als erstes hielt Uwe Hillmer einen Vortrag zum Thema „Strukturen und Methoden der Überwachung und Verfolgung in der SED-Diktatur“. Seine überzeugende Präsentation ermöglichte uns einen besonderen Einblick in diesen Teil der deutsch-deutschen Geschichte. Außerdem erlebten wir ein zweites Zeitzeugengespräch: Sabine Popp, eine ehemals Verfolge des DDR-Regimes erzählte uns ihre emotionale Geschichte über ihre Inhaftierung im Frauengefängnis Stollberg-Hoheneck und den anschließenden Freikauf durch die BRD. Nach einem letzten gemeinsamen Mittagessen mussten wir Abschied nehmen.

Diese außergewöhnliche und lehrreiche Erfahrung wurde uns von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildung ermöglicht und wir bedanken uns recht herzlich bei den Verantwortlichen Frau Michl, unseren Lehrerinnen Frau Oehler (Käthe-Kollwitz-Gymnasium Zwickau) und Frau Hess (Bodensee-Gymnasium Lindau), bei Frau Seichter, die jedes Jahr dieses Seminar für uns ermöglicht, sowie bei allen Referenten.

Lea Müller & Laura Frister