SiD-Veranstaltungen des aktuellen Jahres

Matinee mit Dr. Gregor Gysi: Ist unsere Demokratie noch zu retten?

Wir leben in einer Zeit, die durch den Brexit, das Flüchtlingsthema und einen erstarkenden Populismus in Europa für nicht wenige zunehmend bedrohlich wirkt. Die Frage ‚‚Ist unsere Demokratie noch zu retten?‘‘ betrifft uns alle. Zu dem hochaktuellen Thema hörten wir am 30. März 2019 einen Vortrag von Dr. Gregor Gysi, den Mathes Trauer, ebenso wie die zahlreichen Gäste, begrüßte.

 

Vi Jasmin Dao Tu, Emy Kaiser und Johanna Böhm umrahmten die Veranstaltung musikalisch. Für das leibliche Wohl der Gäste sorgten die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte 12 mit einem leckeren Speiseangebot. Die Matinee war bereits zwei Wochen nach ihrer Ankündigung restlos ausverkauft gewesen – und das an einem Samstagmittag. Das ist ein Zeugnis für die besondere Aktualität und Bedeutung des Themas, aber auch ein Zeichen der Wertschätzung Dr. Gregor Gysis. Geboren wurde er 1948 in Berlin, als Sohn von Klaus und Irene Gysi. Seine Jugend verbrachte er in Ost-Berlin und erwarb dort 1966 das Abitur. Danach begann er ein Studium der Rechtswissenschaften, zu dem ihn die Mutter einer Mitschülerin bewegte, wie wir erfuhren. Als er dieses mit Erfolg abgeschlossen hatte, war er als einer der wenigen freien Anwälte in der DDR tätig. Neben seiner juristischen Karriere startete er eine überaus erfolgreiche politische Laufbahn in den Parteien SED, PDS und Die Linke.

Um die Frage, ob unsere Demokratie noch zu retten ist, beantworten zu können, zeigte Dr. Gysi dem Publikum zunächst die gegenwärtigen Probleme auf. Eine wesentliche Ursache sieht er vor allem in der ablehnenden Haltung der Bevölkerung gegenüber dem politischen Establishment. Das führe zum Erstarken der Populisten auf der ganzen Welt sowie zum Ruf nach ‚‚starken Männern‘‘. Solche „starken Männer“ tragen eine Gefahr in sich: Sie sind nahezu immun gegenüber jeglicher Kritik. Das mache Verhandlungen zwischen Staaten und Parteien nahezu unmöglich. Davon aber lebt Demokratie. Außerdem braucht sie Frieden. Dieser ist in Europa allerdings nur sicher, wenn es eine starke Europäische Union gibt, so Gysi. Auch der Brexit sei eine Bedrohung. Die Folgen kann vermutlich noch keiner absehen. Der Austritt der Briten wurde durch ein Referendum entschieden, an dem viele junge Wähler aus Bequemlichkeit nicht teilnahmen. Dr. Gregor Gysi appellierte an das junge Publikum, also an uns, an jeder Wahl teilzunehmen, um die Mehrheit zu stützen. Ein weiteres brisantes Thema war die Flüchtlingsdrama. Sein Lösungsvorschlag: ‚‚Hilfe vor Ort‘‘ leisten. So ließe sich der Flüchtlingsstrom stoppen, weil damit die Probleme, die Menschen zur Flucht zwingen, vor Ort gelöst würden. Ob die Demokratie zu retten ist oder nicht, liegt ganz bei uns. Unser Engagement wird entscheidend sein.

Dr. Gysi wartete abschließend mit einigen Tipps für ein langes Leben auf. Punkt eins: ‚‚Man muss das Leben genießen.‘‘ Punkt zwei: ‚‚Alles vererben zu müssen, ist ein schwerer Irrtum.‘‘ Und Punkt drei: ‚‚Wenn man über Krankheiten spricht, wird man nicht gesund.‘‘ Dieser Referent versteht es zweifellos, seine Zuhörer in den Bann zu ziehen. Ein brillanter Rhetoriker. Für die 200 Gäste verstrichen die anderthalb Stunden wie im Fluge, sie hörten gespannt zu und einige stellten am Schluss ihre Fragen.

Wir danken Dr. Gregor Gysi für die aufschlussreichen Denkimpulse und wünschen ihm alles Gute für seine Zukunft. Unser Dank gilt auch der Marx-Buchhandlung, die unsere Veranstaltung zum wiederholten Mal mit einem Büchertisch unterstützte.

Jonas Bräuer

 

  • Die Gäste können kommen (Foto L. Hientzsch)
  • Angerichtet (Foto L. Hientzsch)
  • Großer Andrang (Foto A. Junghans)
  • Vi Jasmin Dao Tu an der Orgel (Foto A. Junghans)
  • Emy Kaiser, Johanna Böhm und Vi Jasmin Dao Tu (Foto L. Hientzsch)
  • Eröffnung (Foto A. Junghans)
  • Mathes Trauer stellt Gast vor (Foto L. Hientzsch)
  • Publikum (Foto L. Hientzsch)
  • Dr. Gregor Gysi (Foto L. Hientzsch)
  • Fragerunde (Foto A. Junghans)
  • Dr. Gregor Gysi (Foto L. Hientzsch)
  • Aufmerksames Publikum (Foto L. Hientzsch)
  • Danke! (Foto L. Hientzsch)
  • Buchverkauf (Foto A. Junghans)
  • Autogramme waren begehrt (Foto A. Junghans)

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