SiD-Veranstaltungen des aktuellen Jahres

Zeitzeugengespräch - 30 Jahre Friedliche Revolution in Zwickau

Lebendige Geschichte kann nicht gelehrt, sondern muss erzählt werden“ − Mit diesen Worten eröffnete Thomas Storl (Pfarrer Evangelisch-Lutherische Versöhnungskirchgemeinde) das Zeitzeugengespräch anlässlich des 30. Jahrestages der Friedlichen Revolution in Zwickau, das am 27. November 2019 in der Aula stattfand.

Die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen zehn bis zwölf sowie Interessierte hatten nach einer dreißigminütigen Vorstellungsrunde eine Stunde lang die Chance, fünf Akteuren dieser Zeit des Umbruchs Fragen zu stellen.

Auf die Nachfrage aus dem Publikum, ob es einen Punkt gegeben habe, an dem er gemerkt hat, dass seine risikoreiche Arbeit gegen das System der DDR dringend notwendig war, sagte Dr. Martin Böttger, er war sich damals sicher, „es müsse noch mehr Menschenrechte als das Recht auf Leben geben.“ Für die Generationen ab 1990 sind Errungenschaften wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheitsrechte (z. B. Presse- und Versammlungsfreiheit) Normalität. Doch dass diese von den Akteuren – auf ganz unterschiedlichen Feldern – hartnäckig eingefordert und erkämpft werden mussten, verstand das junge Publikum rasch. Die fünf Zeitzeugen berichteten offen und lebendig über ihre Motive und ihr Wirken.

Dr. Böttger geriet als Mitgründer des „Neuen Forums“ schnell in den Fokus des MfS. Wie ihm war auch Susanne Hartzsch-Trauer klar, dass sie beschattet wurde, was eine freie Meinungsäußerung unmöglich machte, da hinter jeder Ecke ein „Spitzel“ lauern konnte. Sie hatte die Aufmerksamkeit des MfS auf sich gezogen, weil sie u. a. zusammen mit Erwin Killat, der ebenfalls im Podium saß, die Friedensbibliothek Zwickau ins Leben rief, die für ihre DDR-kritische Haltung rasch bekannt war. Des Weiteren engagierte sich Frau Hartzsch-Trauer sozial und „illegal“ in der Rumänien-Gruppe, die unter anderem Medikamente in das arme Land zu schmuggelte.

Der Widerspruch zwischen der Deutschen DEMOKRATISCHEN Republik und der erlebten Unfreiheit störte auch Manfred Puschmann zutiefst, was ihn zum politischen Engagement mit Gleichgesinnten veranlasste. Thomas Storl hatte es als Pfarrer in der DDR nicht leicht. Seine Gemeindearbeit kollidierte ständig mit den engen, von der SED gezogenen Grenzen. Die fünf Zeitzeugen stellten fest, dass die meisten Ziele der Bewegung erreicht sind, wenngleich die Bundesrepublik nicht perfekt ist und die Erhaltung der Demokratie ziemlich anstrengend sei.

Erwin Killat stellte zusammenfassend richtig fest: „Sie leben jetzt in einer fantastischen Zeit.“ Für die Deutschen unter 30 zählt es zur Normalität, den Beruf frei wählen und die eigene kritische Meinung ohne Bedenken äußern zu können. Was gaben die fünf Bürgerrechtler dem jungen Publikum mit auf den Weg? Es ist zwingend notwendig, als Gesellschaft in Zeiten von politischer Polarisierung (z. B. bei den Landtagswahlen in Thüringen 2019) für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit einzutreten. So endete eine Veranstaltung, in der Geschichte lebendig vermittelt wurde.

Tim Müller

Wir danken Susanne Hartzsch-Trauer, Erwin Killat, Dr. Martin Böttger, Manfred Puschmann und Thomas Storl (Moderation).

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