Der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen Michael Kretschmer mit Schülerinnen und Schülern im Gespräch

„Politik muss immer offen sein für ein Gespräch“, sagte Michael Kretschmer, nur so entstehe Gedankenaustausch. Für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufen 10 bis 12 unseres Gymnasiums ergab sich die Chance, eine Fragerunde mit unserem  Ministerpräsidenten Michael Kretschmer wahrzunehmen, die sie freudig ergriffen. Bei seinem Besuch in unserer Schule am 5. Januar 2023 wurde über prägnante und aktuelle Themen auf internationaler, nationaler, aber auch regionaler Ebene diskutiert.

Bevor Michael Kretschmer sein Podium zunächst für die Ehrung einer außerordentlich engagierten Lehrerin unserer Schule nutzte, begrüßte Eva Yang unsere Gäste mit einem Klavierstück. Dorit Seichter erhielt die Martin-Römer-Medaille der Stadt Zwickau an diesem Tag nicht nur für ihre kompetente Vermittlung der Geschichte und die Förderung des Demokratieverständnisses ihrer Schülerinnen und Schüler. Herr Kretschmer sprach von „Erziehung ist Liebe und Vorbild und sonst nichts“, und darum bemüht sich Dorit Seichter seit vielen Jahren beispielhaft. Auch als Initiatorin der „Schule im Dialog“-Veranstaltungen und des Projekts „Stolpersteine“ in Zwickau, für das sie großes Engagement zeigt, erzeugt unsere Geschichtslehrerin Aufsehen über unser Schulgebäude hinaus. Bei der Aktion „Stolpersteine“ erinnern die Schülerinnen und Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums Zwickau an jüdische Opfer der Nationalsozialisten.

Nach der Vorab-Laudatio übernahm Hassan Gata, Schüler der Jahrgangsstufe 12, fast routiniert die Regie und eröffnete die Gesprächsrunde, indem er Satzanfänge zu politischen und teils privaten Themen vorgab, die der Ministerpräsident humorvoll und überzeugend beendete. Schnell zeigte sich, Herr Kretschmer besitzt eine offene und eloquente Art, mit der er seine Zuhörer in den Bann zieht.

Dann stellte sich der Ministerpräsident den Fragen der Schülerinnen und Schülern. Sofort nahm ein Schüler Bezug zu Kretschmers gehaltener Neujahrsansprache. Wie solle man mit rechtsextremen Gruppierungen umgehen, mit denen viele Menschen in Sachsen sympathisieren? Kretschmer fand klare Worte gegen Rechtsextremismus. Eine starke Meinung gegen Rechtsextremisten zu behaupten, sei wichtig. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass klare Feindbilder unsere Gesellschaft vergiften würden.

Die aktuellen Angriffe auf die Polizisten in der Silvesternacht waren in erster Linie keine Taten von Migranten gewesen, sondern von Kriminellen, meinte Michael Kretschmer. Die Herkunft eines Menschen spiele keine Rolle. Den Ministerpräsidenten mache es wütend, dass dennoch von „Migranten“ die Sprache ist, wo doch offensichtlich ein Versagen der Rechtstaatlichkeit vorliege. In einer Gesellschaft bzw. in einem Land müssten Normen und Werte durchgesetzt werden, denn auch „Gesetze sind nichts anderes als in Paragrafen gegossene Wertvorstellungen“. Michael Kretschmer ist der Auffassung, dass eine Nulltoleranzpolitik durchgesetzt werden müsse.

Menschen mit Migrationsgeschichte, die Asylrecht besitzen, sollten umgehend in das Schul- und Berufsleben integriert werden. Aber jene, deren Asylanträge abgelehnt wurden oder die Straftaten begangen haben, müssten schnellstmöglich in ihre Heimatländer zurückgeführt werden. Andere brennende Themen waren der Ukraine-Konflikt oder eine wertegeleitete Außenpolitik. Der Krieg in der Ukraine sei ein Pulverfass. „Man muss ihn zum Stillstand bringen.“ Der Ministerpräsident baut auf den diplomatischen Kurs. Dabei sei eine „Diplomatie ohne Werte keine Diplomatie.“ Dennoch spreche keiner davon, stattdessen stehe der Krieg im Mittelpunkt. Die lange Friedensperiode in Europa müsse unbedingt erhalten werden.

Als Ministerpräsident von Sachsen bekam er verständlicherweise auch einige regionale Fragen gestellt, beispielsweise wie man das Schulsystem reformieren und digitalisieren kann, wobei er in seiner Antwort auf kleine, klug überlegte und geprüfte Schritte verwies. Die Codierung, Kenntnisse der Informatik, stellte Herr Kretschmer klar als „dritte Fremdsprache“ heraus.

Unsere Generation stellt die Zukunft dar, aber was hält er vom Wahlrecht ab 16, vom Gendern oder davon, dass junge Menschen Sachsen den Rücken kehren wollen? Michael Kretschmer hofft auf unsere Einsicht, denn Sachsen hat so viel zu bieten. Er appelliert an uns, schon in jungen Jahren politisch aktiv zu werden, was auch ohne Wahlrecht ab 16 möglich ist: „Wir sollen uns für unsere Heimat engagieren.“ Der Ministerpräsident ist „pro Sachsen“, denn er vertritt wie Johannes Rau die Meinung: „Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt, ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der anderen verachtet.“

Im Nu und wie im Fluge waren fast zwei Stunden verstrichen. Ein offenes Gespräch wie dieses regt die Zuhörer an und ermöglicht neue Blickwinkel. Für Michael Kretschmer, der leidenschaftlich für Toleranz und Offenheit plädiert, sind solche offenen Gespräch wichtig: für Nähe und gegenseitiges Verständnis.

Zoe Pogodalla & Philipp Noack

Fotos: Mario Dudacy, GF pixnetmedia

Fotos: D. Seichter

 

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